Die Entwicklung der letzten Jahre zeigt in Erfurt, dass die Mieten weiter steigen, die Kaufpreise sich erholen und die Vermarktungsdauer sich in fast allen Segmenten verkürzt. Wir analysieren die aktuellen Daten zu Mietpreisen, Kaufpreisen und Vermarktungszeiten für Wohnungen und Häuser in Erfurt.
Die Mietpreise in Erfurt steigen seit 2018 durchgehend – sowohl im Bestand als auch im Neubau. Im Juni 2026 liegen die Mietpreise für Bestandswohnungen bei 9,86 Euro pro Quadratmeter, was einem Anstieg von 34,3 Prozent seit Januar 2018 entspricht. Noch stärker ist der Preisanstieg bei Neubauten: Hier stiegen die Mieten von 9,78 Euro auf 13,70 Euro pro Quadratmeter, ein Plus von 40,1 Prozent. Die Prognose für Juli 2027 zeigt weitere moderate Steigerungen mit 10,39 Euro für Bestand und 14,60 Euro für Neubau. Die Preisspanne zwischen Bestand und Neubau beträgt aktuell 3,84 Euro pro Quadratmeter und hat sich damit gegenüber 2018 deutlich vergrößert.
Die Vermarktungsdauer von Mietwohnungen hat sich leicht verkürzt. Bestandswohnungen werden heute im Schnitt 19,3 Tage vermarktet – 2,2 Tage schneller als noch 2021 (21,5 Tage). Neubauten benötigen mit 25,6 Tagen etwa sechs Tage länger.
Die Kaufpreise für Eigentumswohnungen haben sich zwischen 2018 und 2022 stark entwickelt, sind danach aber in eine Seitwärtsbewegung übergegangen. Im Juni 2026 liegen die Preise für Bestandswohnungen bei 2.722 Euro pro Quadratmeter, ein Anstieg von 42,8 Prozent seit Januar 2018. Noch deutlicher ist die Entwicklung bei Neubauten: Hier stiegen die Preise von 3.134 Euro auf 4.391 Euro pro Quadratmeter, was einem Plus von 40,1 Prozent entspricht. Die Preise für Neubauten liegen damit 61,3 Prozent über denen des Bestands.
Seit 2024 zeigen sich Anzeichen einer Marktkonsolidierung: Die Preise bewegen sich seitwärts oder gehen leicht zurück. Die Prognose für Juli 2027 deutet auf eine Fortsetzung dieses Trends hin mit 2.665 Euro für Bestand und 4.304 Euro für Neubau.
Die Vermarktungsdauer von Eigentumswohnungen in Erfurt hat sich in den letzten Jahren deutlich verändert. Bei Bestandswohnungen verlängerte sich die Vermarktungsdauer von 31,8 Tagen im Juli 2021 auf 44,2 Tage im Januar 2024, bevor sie auf 34,2 Tage im April 2026 sank – eine Verkürzung um 22,6 Prozent innerhalb von 16 Monaten. Noch deutlicher ist der Rückgang bei Neubauten: Hier verkürzte sich die Dauer von 55 auf 47,7 Tage, was einer Reduzierung um 13,3 Prozent entspricht.
Im Vergleich bleiben Neubauten durchgehend etwa 13 bis 14 Tage länger auf dem Markt als Bestandswohnungen.
Im Juni 2026 liegen die Preise für Bestandshäuser bei 2.771 Euro pro Quadratmeter, ein Anstieg von 33,4 Prozent seit Januar 2018. Bei Neubauten betragen die Preise 3.448 Euro pro Quadratmeter, was einem Plus von 47 Prozent entspricht.
Die Preisdifferenz zwischen Bestand und Neubau beträgt im Häusermarkt etwa 677 Euro pro Quadratmeter – deutlich weniger als bei Wohnungen. Die Prognose für Juli 2027 deutet auf eine leichte Stagnation im Bestandssegment hin, während Neubauten leicht auf 3.494 Euro pro Quadratmeter zulegen.
Ähnlich wie bei Wohnungen hat sich auch die Vermarktungsdauer für Häuser verkürzt. Bei Bestandshäusern verlängerte sich die Dauer von 32,7 Tagen im Juli 2021 auf 41 Tage im Januar 2025, bevor sie auf 33,9 Tage im April 2026 sank – eine Verkürzung um 17,3 Prozent. Bei Neubauten verkürzte sich die Dauer von 51,9 im Januar 2024 auf 48,8 Tage im April 2026, was einer Reduzierung um 6,0 Prozent entspricht.
Der Immobilienmarkt in Erfurt zeigt drei zentrale Entwicklungen: