Der Nürnberger Wohnungsmarkt bleibt in Bewegung. Die Mieten steigen weiter, während sich die Kaufpreise nach dem Rückgang der vergangenen Jahre wieder stabilisieren. Vor allem bei Kaufobjekten hat sich die Vermarktungsdauer zuletzt verkürzt.
Die Mietpreise in Nürnberg sind seit 2018 deutlich gestiegen. Im Bestand lag die durchschnittliche Angebotsmiete im Januar 2018 noch bei 9,76 €/m². Im Mai 2026 wurden 12,69 €/m² erreicht. Das entspricht einem Anstieg von rund 30 %.
Im Neubau fällt die Entwicklung noch stärker aus. Hier stiegen die Angebotsmieten von 12,14 €/m² im Januar 2018 auf 17,09 €/m² im Mai 2026. Damit liegt der Zuwachs bei rund 41 %.
Auch der Blick auf die jüngere Entwicklung zeigt eine Fortsetzung dieses Trends. Gegenüber Januar 2026 stiegen die Mieten bis Mai 2026 im Bestand von 12,52 €/m² auf 12,69 €/m². Im Neubau ging es im gleichen Zeitraum von 16,90 €/m² auf 17,09 €/m² nach oben.
Die Prognose bis Juni 2027 deutet auf weitere Mietsteigerungen hin. Für Bestandswohnungen werden 13,12 €/m² erwartet, für Neubauwohnungen 17,33 €/m².
Bei der Vermarktungsdauer von Mietobjekten zeigt sich ein vergleichsweise kontinuierliches Bild. Bestandsmietobjekte wurden im Mai 2026 im Durchschnitt nach 16,8 Tagen vermarktet. Damit liegt der Wert auf dem gleichen Niveau wie im Januar 2026.
Seit Juni 2021 hat sich die Vermarktungsdauer im Bestand nur leicht von 15,4 Tagen auf 16,8 Tage erhöht. Im Neubau blieb sie mit 19,9 Tagen im Juni 2021 und 20,1 Tagen im Mai 2026 nahezu unverändert.
Bei den Angebotspreisen für Wohnungen zeigt sich eine andere Entwicklung als bei den Mieten. Die Preise stiegen zunächst deutlich bis 2022, gingen anschließend zurück und stabilisieren sich seit 2025 wieder.
Bestandswohnungen kosteten im Januar 2018 durchschnittlich 3.035 €/m². Bis Januar 2022 stieg der Wert auf 4.438 €/m². Danach folgte ein Rückgang auf 3.862 €/m² im Januar 2025. Im Mai 2026 lag der Angebotspreis wieder bei 3.975 €/m².
Damit liegt der aktuelle Wert zwar deutlich über dem Niveau von 2018, aber noch klar unter dem Höchststand aus dem Jahr 2022.
Bei Neubauwohnungen ist die Entwicklung etwas stabiler. Die Angebotspreise stiegen von 4.428 €/m² im Januar 2018 auf 6.421 €/m² im Mai 2026. Nach einer Seitwärtsbewegung in den Jahren 2023 bis 2025 wurde inzwischen fast wieder das Niveau von 2022 erreicht.
Für Juni 2027 wird bei Bestandswohnungen ein Angebotspreis von 4.092 €/m² prognostiziert. Bei Neubauwohnungen liegt die Prognose bei 6.352 €/m² und damit leicht unter dem Wert vom Mai 2026.
Die Vermarktungsdauer für Eigentumswohnungen hatte sich zwischen 2021 und 2024 verlängert. Seitdem ist wieder eine Verkürzung sichtbar.
Bestandswohnungen lagen im Januar 2024 bei einer Vermarktungsdauer von 32,5 Tagen. Im März 2026 waren es nur noch 28,6 Tage. Auch bei Neubauwohnungen zeigt sich ein ähnlicher Verlauf: von 34,6 Tagen im Januar 2024 auf 30,2 Tage im März 2026.
Das spricht für eine schnellere Vermarktung als noch in den Jahren 2023 und 2024. Gleichzeitig liegen die Werte weiterhin über dem Niveau von Juni 2021, als Bestandswohnungen im Durchschnitt nach 23,2 Tagen vermarktet wurden.
Auch bei Häusern ist der Rückgang nach dem Preisniveau von 2022 deutlich sichtbar. Bestands-Häuser erreichten im Januar 2022 einen Angebotspreis von 4.748 €/m². Im Mai 2026 lag der Wert nur noch bei 4.125 €/m². Damit bleibt das Segment weiterhin deutlich unter dem früheren Höchststand.
Im Neubau zeigt sich ein ähnliches Bild. Nach 5.689 €/m² im Januar 2022 lagen die Angebotspreise im Mai 2026 bei 5.215 €/m². Auch hier ist also keine Rückkehr zum Preisniveau von 2022 zu erkennen.
Langfristig betrachtet liegen die Preise jedoch weiterhin deutlich über dem Ausgangsniveau von 2018. Im Bestand stiegen die Angebotspreise für Häuser von 3.462 €/m² auf 4.125 €/m². Im Neubau ging es von 3.978 €/m² auf 5.215 €/m².
Die Prognose bis Juni 2027 zeigt bei Häusern keine stärkere Aufwärtsbewegung. Für Bestandshäuser werden 4.112 €/m² erwartet, für Neubauhäuser 5.125 €/m².
Bei Häusern hat sich die Vermarktungsdauer seit 2024 klar verkürzt. Bestandshäuser lagen im Januar 2024 noch bei 36,6 Tagen. Im März 2026 waren es 28,5 Tage.
Bei Neubauhäusern fällt die Entwicklung ähnlich aus. Im Januar 2024 lag die durchschnittliche Vermarktungsdauer bei 40,9 Tagen. Bis März 2026 sank sie auf 29,8 Tage.
Damit hat sich die Vermarktung von Häusern zuletzt spürbar beschleunigt. Besonders auffällig ist der Rückgang im Neubau, wo die Vermarktungsdauer innerhalb von etwas mehr als zwei Jahren um mehr als elf Tage sank.
Der Wohnungsmarkt in Nürnberg zeigt im Jahr 2026 keine einheitliche Richtung. Die Mietpreise steigen weiter und erreichen sowohl im Bestand als auch im Neubau neue Höchststände. Für 2027 wird eine weitere Zunahme erwartet.
Bei den Kaufpreisen ist die Entwicklung differenzierter. Wohnungen und Häuser liegen weiterhin über dem Niveau von 2018, aber besonders im Bestand deutlich unter den Höchstwerten aus dem Jahr 2022. Gleichzeitig verkürzt sich die Vermarktungsdauer bei Wohnungen und Häusern wieder.